Sektor Rotation - Asset Korrelation

In meinem Buch „Investieren im 21. Jahrhundert" gibt es genauere Beschreibungen zu der Idee, die Asset Klassen Allokation nach mehreren Kriterien regelmäßig neu auszurichten. Hierbei ist die Änderung der Dynamik des Volatilitätsindex eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Der Volatilitätsindex hat sich wie in dem Blog beschrieben seit Q1 in 2020 in eine abwärts und seitwärts gerichteter Preisbewegung mit weniger Schwankung geändert. Seit den letzten 2 Wochen gab es wiederholt einen kleinen Ausbruch des Anstiegs der Volatilität, jedoch wurde dieser Versuch wieder abgefangen.

Die österreichische Regierung plant die Aufnahme von EU Geldern (Anleihen), um Rettungspakete zu vergeben. Diese Anleihen haben einen Zinssatz von ungefähr null im aktuellen Finanzmarktumfeld. Wie diese Zinsen in Zukunft sich ändern werden, ist ein schwer abschätzbarer Risikofaktor. Das „Standing“ der Republik „Österreich“ bei internationalen Institutionen ist immer noch erstklassig, wodurch die Aufnahme von Geldern aktuell günstig ist. Klarerweise ist ein Anstieg der Verschuldungsquote in höheren zwei stelligen Prozent-Bereit nicht unwahrscheinlich. Die Corona Krise stellt eine Ausnahmesituation dar.

Interessant finde ich die Tatsache, dass bei einigen Parteien das Thema so vermarktet wäre als wären Anleihen die man aufnehmen kann fix. Dabei ist ja ein Kapitalmarkt nicht fix. Er kann sich im Zeitablauf ändern. Bedeutet: Im Moment geht es, das wir diese Anleihen haben.

Die Aufnahme von massiven Schulden, wird für Trader und Investoren zu verschiedenen Szenarien führen. Möglicherweise wird institutionelles Geld auch vermehrt in Offshore Länder „flüchten“.

Werfen wir einen Blick auf den Dax.

Von Juni 18 bis Juni 22 gab es ein klassisches Fake Break Out auf den unteren technischen Preisbereichen. Hierbei wurde ein erster Abverkauf wieder hochgekauft, ein typisches Verhalten für neue Finanzmärkte.

Nach dem Skandal um die Wirecard hat auch der Dax einiges an Reputation bei institutionellen und privaten Anlegern einzubuchen. Dies hat sich jedoch bis jetzt nicht in einem massiven Kursverfall gezeigt. Bei Lufthansa tut sich auch einiges (staatliche Rettung). Naja, wie sonst sollte es in Deutschland hier weitergehen? Wie es sein kann das sowohl die Wirtschaftsprüfer und auch die Vorstände so etwas so lange durchziehen, fragen sich sicher viele Aktionäre. Nun, es gibt eben Gründe warum professionelle Anleger einen eigenen Korb von Aktien auswählen. Zu einem fundamentalen Kriterium bei der Auswahl zählt die Verschuldungsquote. Ist die hoch, dann könnte es Probleme geben, die nicht so schnell wieder wett zu machen werden sein. In den Unternehmensanalysen von Aktien verwenden wir immer einen Filter für die Verschuldungsquote, da wäre eine Wirecard niemals aufgenommen worden.

Jetzt die Nasdaq.